Intuition trainieren – wie ein Knoten im Magen mich vor einer falschen Entscheidung warnen wollte

intuition erkennen

In diesem Artikel möchte ich Dir durch eine persönliche Erfahrung zeigen, wie Du es lernen kannst, Deine Intuition zu trainieren.

Vorab eine Definition:

unter Intuition verstehen wir in der Regel Gedanken oder Eingaben, welche auf unserem Unterbewusstsein beruhen und ohne darüber nachzudenken zustande kommen.

Gefühle oder Ideen lassen sich nicht rational erklären.

Sie sind einfach da; ohne, dass wir deren Entstehung begründen könnten.

 

Das letzte Mal, als ich mit diesem Gefühl konfrontiert wurde, stand ich vor einer wichtigen Entscheidung.

Ich war mitten in der Organisation meines Onlinekongresses für mehr Selbstbewusstsein und trennte mich gerade von meiner damaligen WG.

Für mich gab es zu diesem Zeitpunkt nichts wichtigeres, als dieses Projekt.

Ich wollte Ruhe und mich zu 100% darauf fokussieren.

Ohne Ablenkungen.

Ohne Lärm.

 

Also musste eine 1-Raum-Wohnung her.

Und so schaute ich mich nach passenden Angeboten um und wurde schnell fündig.

Nach kurzer Zeit des Suchens bekam ich direkt den Zuschlag für eine tolle Wohnung mitten in Berlin Lichtenberg.

Und so schickte mir der Vermieter alle Unterlagen zu, die ich nur noch zu unterschreiben brauchte…

Super, dachte ich mir… einfacher als gedacht!

 

Doch so einfach war es dann doch nicht…

 

Denn als ich gerade zum Unterschreiben ansetzen wollte, überrannte mich auf einmal dieses komische Gefühl.

Dieser Knoten im Magen…

Und da ich ein Mensch bin, der Emotionen sehr ernst nimmt, legte ich den Vertrag erstmal bei Seite…

Ich fragte mich woher dieses Gefühl kam…

Denn in der Regel folgen unsere Emotionen immer unseren Gedanken…

Haben wir negative Gedanken, folgen negative Gefühle…

Haben wir positive Gedanken, folgen positive Gefühle…

 

Doch hier war es anders.

 

Einen Tag später war das Gefühl wieder weg.

Also wagte ich mich erneut an den Vertrag und unterschrieb ihn diesmal auch.

Gleich im Anschluss schnappte ich mir meinen Mantel, stieg in die Schuhe und machte mich auf dem Weg zu meinem Vermieter, um die Unterlagen abzugeben..

Gut gelaunt stieg ich in die S-Bahn, um mich auf den Weg zu machen…

Und da war es wieder…dieses Gefühl. Mitten aus dem Nichts.

Beim Vermieter angekommen, haderte ich lange mit mir…

Soll ich den Vertrag nun abgeben?

Auf der einen Seite stehen die logischen Fakten…

super Lage…

super günstig…

frisch renoviert!

Aber warum zur Hölle habe ich bei der ganzen Sache dieses komische Gefühl???

30 Minuten lang haderte ich mit mir.

Das alles ergab keinen Sinn für mich. Denn die Fakten sprachen für sich.

 

Allerdings wusste ich auch, das jedes Gefühl seine Berechtigung hat und

mir etwas sagen will.

 

Ich entschloss mich dazu, umzukehren, um nochmal darüber nachzudenken.

Und so kalkulierte ich den Mietpreis noch einmal durch…sah mir das Angebot erneut an und versuchte herauszufinden, woher das Gefühl kommen konnte.

Ist es die Angst vor einer falschen Entscheidung?

Ist es Intuition?

Doch ich kam auf keine Lösung…

„Das wird wahrscheinlich mit dem Stress der Kongressorganisation zusammen hängen“, redete ich mir ein…

„Wenn du die Wohnung jetzt nicht nimmst, wie lange wollen wir denn bitte nach einer neuen suchen?“

„Es ist doch albern, auf ein Gefühl zu hören! Die Fakten sprechen eindeutig für die Wohnung.“

„So einfach und schnell bekommst du nie mehr eine 1-Raum-Wohnung in Berlin“

Und so ignorierte ich das Gefühl und ging den Tag darauf erneut zum Vermieter, um die unterschriebenen Mietunterlagen schließlich abzugeben.

Eine Woche später, der Tag der Übergabe…

Mein neues Heim zeigte plötzlich sein wahres Gesicht.

Bereits beim betreten der Wohnung ertönten laute Bässe.

Die Wände um mich herum vibrierten.

Wo war ich hier gelandet? War das mein neuer Hausflur oder eine Großraumdisko?

Hatte ich mir unwillentlich eine Party nach Hause geholt?

Später erfuhr ich, dass mein neuer Nachbar DJ war, der regelmäßig für seine Clubauftritte probte.

Herzlichen Glückwunsch!

 

Doch es kam noch besser…

 

Denn im 10 Minuten Takt donnerten laut schallende Krankenwagen an

meinem Fenster vorbei, um in das vor meinem Wohnhaus liegende Krankenhaus zu manövrieren, das mir bei der Wohnungsbesichtigung nicht aufgefallen war…

Ich konnte es kaum fassen…

Mein Wunsch von einer Oase der Ruhe war endgültig dahin…

Und das mitten in der Zeit des wichtigsten Projektes meines Lebens…

Denn nichts anderes bringt mich so sehr um meine Konzentration und Freude wie Lärmquellen, denen ich machtlos ausgeliefert bin.

Und auf einmal wusste ich, warum da dieses Gefühl war und was es mir hatte sagen wollen…

 

Denn unsere Intuition kann tausendmal mehr Daten erfassen, als unser Verstand…

 

 

Hokuspokus? Zufall? Für den Einen ist es das vielleicht… Ich persönlich glaube fest an die Macht der Intuition und bin dankbar für diese Erfahrung, die mir in Zukunft viel Unglück ersparen wird.

 

Und auch Einstein sagte schon:

„Die Intuition ist ein göttliches Geschenk, der denkende Verstand ein treuer Diener. Es ist paradox, das wir heutzutage angefangen haben, den Diener zu verehren und die göttliche Gabe zu entweihen“

 

Während sich unser Verstand auf den Punkt unserer Aufmerksamkeit fokussiert, nehmen wir unterhalb unserer Bewusstseinsschwelle ständig Informationen auf, die wir nicht rational verarbeiten, aber dennoch „einscannen“.

 

Und so kann es beispielsweise in meinem Fall gewesen sein, dass mein Fokus bei der Besichtigung so sehr auf dem lag, was ich sehen wollte, dass ich das, was ich nicht sehen wollte, völlig ausgeblendet habe.

 

Was mir meine Intuition dann in Form dieses Gefühls mitteilen wollte…

 

Fazit: 

Wir sorgen uns um ungenutzte Chancen, verpasste Gelegenheiten und potentielle Erfahrungen, die wir versäumen –

das sagt unser Verstand.

Dem entgegen zu handeln und auf das Bauchgefühl zu hören erfordert Mut und Vertrauen.

Dieses Vertrauen können wir nur durch Erfahrungen entwickeln.

Indem wir uns die Gefühlsfarbe merken, die der Erfahrung vorausgeht und hinterher abgleichen, erhalten wir eine Referenz, auf die wir bauen können.

Kannte mein Gefühl schon vorher die Antwort?

Wie genau hat sich diese Intuition angefühlt?

Diese Fragen sollten wir uns stellen!

Erleben wir beispielsweise, mehrere Situationen dieser Art und hatten zuvor jedes Mal dasselbe Gefühl, stärkt das unser Vertrauen in unsere Intuition.

Auch den Unterschied zwischen Angst und Intuition müssen wir kennenlernen.

Wo sich die Intuition durch einen Knoten im Magen bemerkbar macht,

fühlt sich die Angst mehr wie ein Hitzegefühl an…

Ärgere Dich also nicht über falsche Entscheidungen.

Lebe bewusst und erforsche die Gefühle, die wichtigen Entscheidungen vorausgehen.

Erforsche Deine Intuition, mache Fehler, lerne aus ihnen und baue beim nächsten Mal darauf!

 

10 Kommentare, sei der nächste!

  1. Die Intuition ist wahrlich ein göttliches Geschenk. Sie kennt weder Raum noch Zeit. Braucht keine zusätzlichen Daten oder fokussierungen um den richtigen Weg zu kennen. Das mit dem Krankenhaus hättest Du bzw. Dein Unterbewusstsein erkennen können, aber nicht der Punkt mit dem lauten DJ. Nur die Intuition ist mit der göttlichen Quelle verbunden und somit all umfassend Alles wissend.

  2. Lieber Adrian,
    Dein Artikel ist total klasse!!! =)
    Super gut nachvollziehbar… und ich sehe es genauso! 😉
    DANKE! =)))

  3. „Ein göttliches Geschenk“, ja, das ist die Verheißung in Jakobus 1,5-8:
    „Wenn einer von euch aber nicht weiß, was er in einem bestimmten Fall tun muss, soll er Gott um Weisheit bitten. Gott wird sie ihm geben, denn er gibt gern und teilt allen großzügig aus. Er muss Gott aber in festem Vertrauen bitten und darf nicht im geringsten zweifeln. Wer zweifelt, gleicht den Meereswogen, die vom Wind gepeitscht und hin und her getrieben werden. Solch ein Mensch kann nicht erwarten, dass er vom Herrn etwas empfängt; denn wer zweifelt, der ist auch unbeständig in allem, was er unternimmt.“ (Bibel in heutigem Deutsch)

    In diesem Zusammenhang zwei kostenlose Vorträge im Internet:
    – Informatiker Prof. Dr. Werner Gitt: Warum ich als Wissenschaftler der Bibel glaube.
    http://www.dwg-load.net
    – Ulrich Parzany: Gibt es ein „Navi“ fürs Leben? vom 20.1.2008 unter Medien-Downloads
    http://www.gottesdienste-als-entdeckungsreise.de

  4. Hallo Adrian,
    ganz klar – höre auf dein Bauchgefühl. Irgendwas stimmt nicht!!!
    Mir ist das auch passiert, aber diesmal habe ich auf meinen Bauch gehört und die Beziehung beendet. Genaue Gründe hatte ich nicht, nur immer
    dieses Gefühl. Von da an ging’s mir Tag für Tag besser.
    Liebe Grüße
    Cornelia

  5. Danke für den Artikel. Es ist wichtig, dass dieses Thema aufgegriffen wird. Ich bin mir auch noch nicht ganz sicher, wie Intuition zu erklären ist. Sicher bin ich mir aber, dass es so etwas wie Intuition gibt. Hier meine Story:
    Letztes Jahr trat ein „Freund“ (würde ich heute nicht mehr so bezeichnen) an mich heran mit der Frage, ob ich eine Summe von (*ziemlichviele*) Euros in sein Projekt investiere und dann an den Verkäufen partizipiere. Obwohl ich damals das Geld eigentlich nicht hatte, sagte ich zu, weil ich ihm vertraute und an die Sache glaubte (und überzeugt war, aus eigener Kraft kein Business aufbauen zu können). Der Vertragsabschluss sah dann so aus: Er saß am Küchentisch neben mir und textete mich 4 Stunden lang zu, den Vertrag diktierte (!) er mir so nebenher. Dann gingen wir zur Bank und ich händigte ihm die ersten (****) Euro in bar aus.
    Ein Opfer der Schutzgeldmafia muss sich ungefähr so gefühlt haben wie ich mich damals. Und ja, ich war extrem naiv und im Grunde dumm (man bekommt ja normalerweise einen Vertrag ca. eine Woche vor Unterzeichnung zum Prüfen etc.). Aber der Punkt ist: Hätte ich auf meine Intuition gehört, hätte ich auch ohne tieferes rechtliches und wirtschaftliches Wissen NEIN sagen müssen und hätte mir viel Ärger und Frust erspart.
    Denn: In den darauf folgenden Monaten tat mein „Geschäftspartner“ – NICHTS. Wiederholte Appelle nützten nichts, Termin um Termin verstrich, es kamen immer nur fadenscheinige Ausreden. Als ich ihm nach einem dreiviertel Jahr Tatenlosigkeit mal so richtig auf die Füße stieg, offenbarte er sein wahres Gesicht und schob MIR die Schuld zu, obwohl er von mir die GANZE Summe erhalten hatte. Inzwischen ist der Projektstart 7 Monate überfällig, es wurde nicht ein Strich gemacht, auch angeblich angemeldete Marken sind nie angemeldet worden etc.

    Die Moral aus der Geschicht‘: Wenn die Intuition sich meldet – einfach ein Moratorium einlegen und gut nachdenken, oder die Sache gleich bleiben lassen!

    1. Hey Gheorghe,

      sehr unschöne Geschichte, aber wahrscheinlich eine wichtige Lernerfahrung für dich.

      vielen Dank fürs Teilen!

      LG
      Adrian

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